Schränke

Meine Leser erinnern sich vielleicht: Vor einiger Zeit dachte ich darüber nach, dass ich meinen Kindern bei meinem Ableben eine ordentliche, quasi besenreine, Wohnung hinterlassen möchte. Einiges an Sortier- und Aufräumarbeiten habe ich auch bereits erledigt.

Aber … ich bin ja noch nicht tot und beabsichtige auch nicht, dies in Bälde zu sein. Vielmehr beabsichtige ich, in Bälde in Rente zu gehen. Was eine erfreuliche Sache ist. Weil man da so viele Dinge tun kann, für die man vorher keine Zeit oder Muse hatte.

Meine Muse meldet sich gerade eben sehr stark. Ich möchte wieder malen, schreiben, mit dem Grafiktablett arbeiten, stricken, nähen undundund.

Für all diese Sachen braucht man Zeugs, das tunlichst nicht entsorgt werden darf.

Dennoch wünsche ich mir eine Wohnung mit klarer Linie und glatten Fläche. Etwas, das sich leicht sauber machen lässt, für das man keinen Staubwedel braucht, wo man ohne Scham Leute durchlaufen lassen kann.

Ich habe also einen Konflikt, denn meine Buchregale lassen sich NICHT leicht saubermachen und einen Staubwedel braucht man jedenfalls.

Meine Idee war, die Dinge in Schränken zu verstauen. Das geht für Bücher und alles andere Krimskrams auch. Und die Flächen sind glatt.

ABER … man muss alles erst rausräumen, wenn man etwas tun will. Dabei geht ein hübsches Stück Zeit verloren und am Ende ist die Luft raus, ehe man auch nur irgendwas angefangen hat. Ich hab das erfahren in meinem einstigen Atelier, das seit ein paar Jahren schon Allerweltszimmer ist. Da kann man Gäste empfangen, weil der Tisch wahnsinnig ausziehbar ist. Da kann man arbeiten (was ich im Homeoffice seit Monden und Monden tue). Da kann man malen. Wenn man den Balkontisch reinholt, sogar neben dem Homeoffice-Zeugs. Und da können Gäste schlafen, wenn man dieses Sitz-Liege-Dingens aufklappt und das Bettzeug aus der Truhe holt.

Ich habe mir bei der Einrichtung dieses Zimmers sehr etwas gedacht. Und, ja, auch einen Eckschrank gekauft, um das ganze Malzeugs, das früher frei und jederzeit einsetzbar auf dem Tisch stand, gut zu verstauen. Mit oben beschriebenem Effekt. Es dauert, alles zurecht zu stellen und raus zu holen und anzufangen. Und nicht selten ist vor der Möglichkeit des Anfangens die Luft schon raus.

Wenn ich, denke ich mir, mich entscheiden muss zwischen Kreativität und der Leere des Feng Shui, entscheide ich mich für die Kreativität. Denn Feng Shui mag zwar einfach in der Handhabung sein, aber glücklich macht mich die Kreativität.

Mich.

Ein Gedanke zu “Schränke

  1. Hauptsache!
    Nein, ich würde keine Leute mit Scham durch meine Wohnung laufen lassen, und sei sie noch so Rockydockie, für was Scham? Oft kam ich zu Leuten, wo es klinisch sauber, rein, ordentlich aussah und die sich tatsächlich entschuldigten, sie hätten gar nicht aufgeräumt…Geht`s noch?
    Schöne Grüße von einer schamlos hausenden 🙂

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s